Leichtathletik: Deutscher Jugendrekord durch Gesa Krause bei JWM in Kanada

U20-Weltmeisterschaften Moncton/Kanada

Gesa Krause
Gesa Krause
3000m-Hindernis - Gesa-Felicitas Krause pulverisiert Jugendrekord
Mit so einem famosen Rennen hätte wohl niemand gerechnet – nicht einmal die Frankfurterin Gesa-Felicitas Krause selbst. Die 17-Jährige ging das Rennen mutig aber überlegt an und hielt sich hinter einem Quintett mit den beiden Kenianerinnen Purity Cherotich Kirui und Lucia Kamene Muangi, den Äthiopierinnen Birtukan Adamu und Almaz Ayana sowie der Kanadierin Geneviève Lalonde auf dem fünften Platz gut vor den weiteren Läuferinnen.

Die aus Moncton stammende Kanadierin, die eigentlich 3.000 Meter flach hatte laufen wollen, weswegen der Lauf in die Eröffnungsfeier eingebettet wurde, fiel als Erste aus der Führungsgruppe zurück und Gesa Felicitas Krause überlief sie gut drei Runden vor dem Ziel. „Sie ist hier unheimlich vom Publikum unterstützt worden“, sagte Gesa-Felicitas Krause. „Da war es schon eine kleine Herausforderung für mich, sie einzuholen.“

Was danach geschah, war allerdings umso überraschender. Gesa-Felicitas Krause näherte sich immer mehr einer vor ihr laufenden Kenianerin und Äthiopierin, die allerdings beide noch einmal anzogen. Dieser Antritt schien aber zu viel gewesen zu sein für Almaz Ayana, Gesa-Felicitas Krause hatte sich aber genügend Körner für den Endspurt aufgehoben. Rund 30 Meter vor dem Ziel spurtete sie sogar noch an Almaz Ayana vorbei und lief in phänomenalen 9:47,78 Minuten ins Ziel. Damit verbesserte sie nicht nur ihre persönliche Bestleistung um knapp 20 Sekunden, sondern auch den deutschen Jugendrekord. Den hatte die Siegenerin Verena Dreier vor fast genau sechs Jahren mit 9:59,33 Minuten aufgestellt, als sie bei der U20-EM im italienischen Grosseto Fünfte geworden war.

„Ich habe überhaupt erst vor zwei Tagen erfahren, wo der deutsche Jugendrekord liegt“, erzählte Gesa Felicitas Krause, die im Ziel ungläubig die Hände vor die Augen gerissen hatte. Noch immer schüttelte sie fassungslos den Kopf. „Ich wollte unter zehn Minuten laufen. Aber mit so einer Zeit habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Es lief einfach absolut super.“

Mit dieser Leistung setzte sich Gesa-Felicitas Krause sogar an die Spitze der deutschen Erwachsenen-Bestenliste des Jahres und blieb unter der EM-Norm für Barcelona (9:48,00 min). „Dass sie den Rekord gleich so pulverisiert - unglaublich“, konnte auch DLV-Disziplintrainer Lutz Zauber nur den Kopf schütteln. Der Sieg ging an die Kenianerin Purity Cherotich Kirui (9:36,34 min), die sich gut 200 Meter vor dem Ziel mit einem entscheidenden Antritt abgesetzt hatte. Auch Silber und Bronze gingen an die ostafrikanischen Läuferinnen. Birtukan Adamu setzte sich mit 9:43,23 Minuten gegen die zweite Kenianerin Lucia Kamene Muangi (9:43,71 min) durch.

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