Noch'n Gedicht!

„Er rauschte, brauste, brodelte, er johlte, jauchzte, jodelte“ - wenn derlei Wortwolken durch unsere Schulbibliothek schweben, liegt Poesie in der Luft!

Anlässlich des Welttags der Poesie hatte die Schulbibliothekarin die Klasse 5c zu einem Gedichte-Reigen geladen. Gemeinsam mit der Deutsch/Kunstpädagogin, Frau Schmidt-Wetzel, hatte Frau Hahn das Unterrichtsmodell „Gedichte gestalten“ kreiert, in welchem sich die Schüler/innen auf andere, spielerische Weise dem Thema Lyrik nähern sollten.

„Er rauschte, brauste, brodelte, er johlte, jauchzte, jodelte“ - was verbirgt sich wohl hinter diesen Zeilen? Ein Mann? Ein Fluss? Ein Fußballfan? Anfangs bekamen die Schüler/innen lediglich wenige Zeilen „ihres“ Gedichts zu lesen und überlegten fieberhaft gemeinsam, worum es darin wohl gehen mag. Plötzlich standen zahlreiche Geschichten im Raum. Die Kinder hatten große Freude am Interpretieren und übertrafen sich mit kreativen Ideen. Erst im Anschluss erhielt jede/r Schüler/in das vollständige Werk: Das Erstaunen war teilweise groß, denn so manche/r hatte hinter den wenigen Zeilen etwas ganz anderes vermutet!

Die Neugier auf Lyrik war somit geweckt und damit verbunden der Ehrgeiz, das „eigene“ Gedicht bis zum nächsten Treffen in der Schulbibliothek nicht nur zu illustrieren, sondern auch auswendig zu lernen – und dies ganz freiwillig! Denn egal, ob man Wolfgangs Borcherts „Prolog zu einem Sturm“ oder Heinz Erhardts „Fischchen“ ergattert hatte: das beigefügte Arbeitsblatt bot diverse Anregungen, das eigene Gedicht zu entdecken: Lies das Gedicht in Robotersprache! Nuschle den Text! Sprich so langsam wie eine Schnecke! Schreibe dein Gedicht in deiner schönsten Schönschrift!

Und tatsächlich: eine Woche später trugen die Schüler/innen die Gedichte nicht einfach vor, sondern dies sogar in den verschiedensten Tonlagen und Stimmungen! Auch die „Gedankenbilder auf Papier“ beeindruckten.
Engagiert und mit Freude stellten sie sich dem Votum der Mitschüler/innen, und diese waren streng: Nach jeweils sechs Präsentationen gab es eine „Tipp“ und „Topp“-Runde, in welcher die Auftritte bewertet wurden. Die Kritik führte dazu, dass am Ende eine große Anzahl Freiwilliger die Möglichkeit nutzte, ihr Gedicht ein zweites Mal vorzutragen! Somit hatte sich für alle das Verstehen! Üben! Illustrieren! Interpretieren! Rezitieren! gelohnt, denn ab sofort sind alle Gedankenbilder in der Schulbibliothek ausgestellt und von der ganzen Schulgemeinde zu bewundern

Und die Mühe hat sich gelohnt: Die ersten Lehrkräfte (und Schüler/innen!) verlangen bereits nach einer Neuauflage des Gedichte-Reigens, welcher die Schulbibliothek natürlich gerne nachkommen wird!